Exponat "Aus dem Depot"

Wer butterte im Vorläufer der Waschmaschine?

Butter steht in jedem Kühlschrank und schmeckt sowohl als Brotaufstrich als auch im Gebäck einfach lecker. Kaum einer bedenkt heute, wie mühselig die Butterherstellung noch im letzten Jahrhundert war und wie wertvoll es sie damals machte.

 Der Begriff „buttern“ bezeichnet schlicht und einfach die Herstellung der Butter. Diese beginnt mit der Gewinnung von fettreicher und möglichst frischer Milch. Mit der Milch, wie sie heute im Supermarkt angeboten wird, funktioniert das übrigens nicht.

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Zudem benötigt es für ein Kilo Butter ganze 20 Liter Milch. Sobald sie von Schmutz befreit ist, kommt sie ins Kühlhaus, bis sich ausreichend Rahm gebildet hat. Der Rahm muss anschließend reifen, bevor schließlich der eigentlich mühselige Butterungsprozess beginnt. Hierbei wird der Rahm geschlagen, so dass die Fettkügelchen des Milchfettes aufbrechen. Damit kann das Fett austreten und die fettfreie Maße, die Buttermilch, abfließen. Das Schlagen des Rahmes wird mittels eines Stoßbutterfasses oder mit einem Schlagbutterfass mit Kurbel, wie es hier zu sehen ist, vorgenommen. Wichtig ist dabei, dass in einem gleichbleibenden Rhythmus und bei konstanter Temperatur gedreht wird. Am Ende dieses sehr langwierigen Prozesses, verfestigt sich die Butter und wird als Klumpen dem Fass entnommen. Die letzten Einschlüsse von Buttermilch können durch abschließendes Kneten entfernt werden.

 Welche Rolle spielte Miele?

Die Firma Miele erfand im Jahre 1876 eine Milchzentrifuge, welche den Herstellungsprozess beschleunigte und die Rahmausbeute vergrößerte. Noch bedeutsamer war die Erfindung der mechanischen Schnellbuttermaschine „Meteor“ um 1900. Sie erleichterte vor allem das „Buttern“. Dabei schlug ein Drehkreuz, das mit Hilfe eines Schwungrades per Hand angetrieben wurde, den Rahm in einem Eichenholzbottich zu Butter.

Etwas später baute Miele die Waschmaschine nach demselben Prinzip. Dafür musste lediglich die horizontale Drehachse in die Vertikale umgelegt und die Rundum-Drehung in ein Hin und Her geändert werden. Damit war 1901 die erste Waschmaschine, die „Hera“, erfunden. Ihr Nachfolger „Meteor“, welche den Namen des Butterfasses wieder aufnahm, war bis zum 1. Weltkrieg das Erfolgsmodell der Firma Miele. 

Text: Barbara Kahlert

Fotografie: Maren Kiupel, Osnabrück

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Schlagbutterfass der Firma Miele, Gütersloh, um 1925

Exponat "Aus dem Depot"

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