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Waren, Welt und Wirtschaftswunder. Die Große Straße um 1900. |

07.05.2017 11:00 - 01.10.2017 18:00

Eine nie gekannte Veränderung aller Lebensbereiche erlebten die Menschen in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg. Die rasch fortschreitende Industrialisierung führte zu einem rasanten Wachstum der Städte und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Straßenbahnen, Automobile und Fahrräder waren die Mittel, mit denen Mobilität völlig neu buchstabiert werden musste. In dieser sich in atemberaubendem Tempo verändernden Welt zeichnete sich zudem eine weitere soziale Revolution ab – der Weg in die Massenkonsumgesellschaft.
 
Es war die industrielle Produktion, die es ermöglichte, dass viele Güter für die breite Bevölkerung erschwinglich wurden und für deren Verteilung angemessene Orte gefunden werden mussten. Diese etablierten sich mit den Kauf- und Warenhäusern nach und nach in den Innenstädten. Und nicht nur das: Mit ihnen und durch sie entstand eine zentrumsbildende Infrastruktur, die das Bild der Städte und das alltägliche Leben der Menschen maßgeblich prägte.
 
In der neuen Ausstellung des Museums wird – wie unter der Lupe – diese Entwicklung anhand der Großen Straße in Osnabrück gezeigt. Es wird gezeigt, wie diese Straße zum Bezugspunkt für die Verkehrsplanung avancierte, wie aus einfachen Wohnhäusern Konsumtempel entstanden, und wie moderne technische Errungenschaften in diesem Prozess genutzt wurden. So z. B., als in der Stadt 1901 das Elektrizitätswerk entstand und als erste Stromkunden zahlreiche Kaufleute auftraten, die mit dem elektrischen Licht ihre Schaufenster beleuchteten. „Licht lockt Leute“ hieß es – und die Leute kamen.
 
Eine Osnabrücker Tageszeitung registrierte 1925 einen regen Personenverkehr „besonders für die Abendstunden, in denen ein recht lebhafter Pendelverkehr sich auf der Großen Straße abwickelt. Keine Straße verschafft wohl dem edlen Schuhmachergewerbe soviel Beschäftigung, wie der liebe ‚Bummel‘, der wie ein starker Magnet täglich auf ungezählte Männlein und Weiblein trifft.“ Was es in den Schaufenstern zu sehen gab, die neuesten Modekollektionen oder Waren für den Haushalt etwa, auch das kann der Besucher in der Ausstellung bestaunen.
 
Die Ausstellung ist ab dem 7. Mai im
Museum Industriekultur Osnabrück
Süberweg 50a
49090 Osnabrück
zu sehen.

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