Besucherkommentare

THE BEAT GOES ON. DER SOUND. DER STYLE. |

16.07.2013 - 06.10.2013

Eine gemeinsame Ausstellung des Museums Industriekultur OsnabrĂŒck und des Tuchmacher Museums Bramsche

Der Style. im Tuchmacher Museum Bramsche (07.06. – 08.09. 2013)

Der legendĂ€re Song des Popduos Sunny & Cher „The Beat Goes On“ lieferte die Inspiration fĂŒr die Ausstellung „THE BEAT GOES ON“. Ihr Thema sind KontinuitĂ€t und Wandel in den Jugendkulturen der vergangenen sechs Jahrzehnte, dargestellt anhand ihrer wichtigsten Ausdrucksformen: der Musik und der Mode. Gezeigt wird die gemeinsame Ausstellung im Museum Industriekultur OsnabrĂŒck und im Tuchmacher Museums Bramsche. Das Museum Industriekultur OsnabrĂŒck spĂŒrt anhand ausgewĂ€hlter SchauplĂ€tze dem Sound der jugendkulturellen Entwicklung nach, von den Konzert- und TanzsĂ€len ĂŒber die ersten Diskotheken bis zu den heutigen Musikclubs. Das Tuchmacher Museum Bramsche widmet sich dem Style verschiedener Generationen. Jeans, Lederjacke und Turnschuhe (Sneakers) stehen als markante Kleidungselemente, die das Erscheinungsbild beinahe aller wichtigen Jugendkulturen prĂ€gten, im Mittelpunkt der PrĂ€sentation.

Der Sound. – Museum Industriekultur OsnabrĂŒck
Der Jazz stand, noch vor dem Rock ‘n‘ Roll, bei den Jugendlichen der 1950er-Jahre hoch im Kurs und steht deshalb am Anfang des Ausstellungsgeschehens im Museum Industriekultur. Die Ankunft des Rock ‘n‘ Roll in Europa setzt weitere Akzente. Kinos und RummelplĂ€tze sind in dieser Phase die jugendlichen Treffpunkte, wo die neuesten Rock ‘n‘ Roll-Platten gehört werden können. Ab Anfang der 1960er-Jahre gibt es eine Welle von Band-GrĂŒndungen. Der Beat bestimmt fortan das musikalische Geschehen, laut und heftig, aber vergleichsweise kurz. Wenige Jahre spĂ€ter verwandeln sich Beat-Schuppen und GasthaussĂ€le in Diskotheken. JĂŒngere Musiker orientieren sich am progressiven Sound insbesondere britischer Vorbilder. EinflĂŒsse aus Klassik, Folk, Blues und auch wieder Jazz sorgen fĂŒr neuartige, bisweilen rauschhafte Musikerlebnisse.

Als die Disco-Welle im Zuge des Filmerfolgs „Nur Samstag Nacht“ den Diskotheken in den 1970er-Jahren neue Besucherrekorde beschert, regt sich Opposition: Mit einfachsten musikalischen Mitteln, aber fordernd und rotzfrech treten die Punk-Musiker auf den Plan.

Heute gibt es Clubs, Diskotheken und öffentliche Partys fĂŒr bald jeden Geschmack. Falls aber doch irgendwo ein Mangel herrscht, organisieren die Jugendlichen ihre eigenen Veranstaltungen. So wie es ihre Großeltern bereits in den 1950er-Jahren taten.

Die Geschichte des Sounds wird in der Ausstellung im Museum Industriekultur OsnabrĂŒck anhand von Fotos, Plakaten, Zeitungsausschnitten, Ton- und Filmdokumenten, Instrumenten und anderen Exponaten anschaulich und erinnerungstrĂ€chtig prĂ€sentiert. Zu sehen sind zum Beispiel selten gezeigte Jukeboxen eines hiesigen Herstellers, Filmaufnahmen des jugendlichen Klaus Doldinger bei einem Auftritt in der OsnabrĂŒcker „Blumenhalle“, Fotos des jungen Udo Lindenberg, der 1959 als zwölfjĂ€hriger Schlagzeuger in OsnabrĂŒck fĂŒr Aufsehen sorgte, ferner eine von Angus Young (AC/DC) bei einem Besuch in IbbenbĂŒren signierte Gitarre, Requisiten aus legendĂ€ren Diskotheken wie dem „Ocambo Club“, der „Drehorgel“, dem frĂŒhen „Hyde Park“ an der Rheiner Landstraße und aus dem „Circus Hyde Park“ und vieles mehr.

Der Style. – Tuchmacher Museum Bramsche
Ob „Halbstarke“, Hippies, Punks, Gothics, Emos – jede Szene hat ihren eigenen Style. Wie der Musikgeschmack ist auch der Kleidungsstil fĂŒr die IdentitĂ€t von Jugendkulturen und Jugendszenen von zentraler Bedeutung. Über ihr Outfit drĂŒcken Jugendliche die Zugehörigkeit zu ihrer Szene aus und grenzen sich zugleich von anderen ab.

HĂ€ufig werden Elemente eines Outfits aus anderen ZusammenhĂ€ngen wie der Arbeitswelt oder dem Sport entlehnt. So wurden die Arbeitshose aus strapazierfĂ€higem blauem Denim und die schwarze Motorradlederjacke erst durch Filmhelden wie James Dean und Marlon Brando zu Symbolen jugendlicher Auflehnung. Sie waren fĂŒr die Heranwachsenden der 1950er-Jahre, aber auch fĂŒr viele nachfolgende Jugendkulturen und Jugendszenen stilbildend.

Als das Provokationspotenzial von Bluejeans und Lederjacke verbraucht war, bearbeiteten und individualisierten die Jugendlichen ihre KleidungsstĂŒcke. Die Hippies pflegten die natĂŒrlichen Verfallserscheinungen ihrer Jeans, versahen sie mit sichtbaren Flicken, nĂ€hten sie um, bestickten und fĂ€rbten sie. Die Punker versahen ihre Lederjacken mit Nieten, Sicherheitsnadeln und SprĂŒchen. Auch Sneakers boten und bieten vielfache Möglichkeiten der individuellen Gestaltung. In den 1980er-Jahren machten Jugendliche die Turnschuhe als Alltagskleidung salonfĂ€hig. Schließlich gab das Schuhwerk einer ganzen Generation den Namen.

Kaum ein KleidungsstĂŒck in der Ausstellung sieht heute noch so aus, wie es einmal erworben wurde. Die Spuren in der Kleidung sind ein StĂŒck Lebensgeschichte. Einige dieser Geschichten erzĂ€hlen die Leihgeber in kurzen Filmsequenzen. Kontrastiert werden die Objekte aus der Region mit ĂŒberregional bedeutsamen KleidungsstĂŒcken wie etwa der Lederjacke, die Udo Lindenberg 1987 Erich Honecker schenkte.

Kuratoren der Ausstellung sind Dr. Harald Keller und Reiner Wolf.
Die Ausstellung im Museum Industriekultur OsnabrĂŒck wird gefördert durch die Sparkasse OsnabrĂŒck sowie dem Verein zur Förderung des Museums Industriekultur OsnabrĂŒck e. V.

Museum Industriekultur OsnabrĂŒck, MagazingebĂ€ude


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