Exponat "Aus dem Depot"

Wer brachte das „Kino in Kleinformat“ in die Kinderzimmer?

Das DUX elkino 900 ist klein, leicht und kompakt, bringt aber etwas ganz Großartiges in die Kinderzimmer der 1970er Jahre. Mit dem Spielzeugprojektor können Kinder spannende wie lustige Filme selber abspielen. Das Gerät lässt sich kinderleicht bedienen: Stecker rein, Film rein, Knopf drücken und schon beginnt für die Kleinen das Kinoerlebnis. Als Leinwand dient die Innenseite des Verpackungsdeckels. Die Filmauswahl ist groß, es gibt Filme in Schwarz- Weiß und in Farbe, in 1,5 bis 3 Minuten Länge. Unter den Disney Filmen finden sich vor allem die Klassiker, zum Beispiel Mickey Mouse, Donald Duck, Pinocchio, Bambi oder Schneewittchen. Deutsche Märchen wie Aschenputtel sind im Sortiment und zahlreiche andere Filme. Es gibt Heidi, Biene Maja, Sindbad, Tom und Jerry und natürlich Dick und Doof. Ist die Auswahl erst einmal getroffen und die Filme laufen, lassen sich die Kinder nur schwer von ihren Comic Helden trennen.

Allerdings ist das Gerät mit 72,50 DM nicht preiswert und viele Eltern können ihrem Kind diesen Wunsch nicht erfüllen. Auch wenn es die Filme Max und Moritz–Streich 1 und 2 gratis gibt, müssen weitere Filme zusätzlich finanziert werden. Sie kosten je nach Filmlänge bis zu 11 DM, was in den 1970er Jahren viel Geld ist.
Welcher Hersteller macht sich um die Unterhaltung der Kleinsten verdient? Dies verrät die kleine Schwalbe, die auf dem für die 1970er Jahre typischen orangefarbenen Kunststoffgehäuse abgebildet ist. Es ist das Firmenzeichen des Lüdenscheider Unternehmens Markes & Co alias Dux, gegründet von Carl Markes im Jahre 1904. Zu Beginn fertigt das Unternehmen nur Bauteile für den Hersteller von Stabilo-Baukästen an, bis es 1933 mit der Produktion von eigenem Blechspielzeug startet.

1935 wagt die Firma etwas Neues. Sie bringt ein von dem spanischen Ingenieur Nebel entwickeltes optisches Spielzeug auf den Markt – das erste Modell der sogenannten Dux Kinos. Gab es zuvor mit der Laterna Magica nur optisches Spielzeug mit stehenden Bildern, kommt nun Bewegung ins Spiel. Anders als der DUX elkino 900, der mit einem Motor angetrieben wird, müssen die Filme der ersten Modelle allerdings noch mit einer Handkurbel zum Laufen gebracht werden.