Exponat "Aus dem Depot"

Woher stammen die Seifenformen?

Seifenfabrik Frömbling

Die aus Messing gegossenen Seifenformen sind für die Ewigkeit. Noch heute könnten hiermit wohlduftende und schön geformte Seifenstücke hergestellt werden. Allein beim Klang der Namen wie „Schwarzwald-Fichtenbalsam“, „Blumen-Seife“, „Lavendel-doppelt parfümiert“ oder der extra feinen Seife “Oma“, bekommt man Lust sich die Hände zu waschen. Bevor das allerdings möglich ist, müssen die Seifen erst einmal produziert werden. Das geschieht in der Osnabrücker Seifenfabrik Frömbling mithilfe der massiven „Werkzeuge“ aus Messing.

Die Seifenfabrik wird 1895 von Fritz Frömbling sen. an der Rehmstraße 5 in Betrieb genommen. Hier werden Kern- und Toilettenseifen sowie Seifenflocken produziert. Betrachtet man das rasch wachsende Hygienebewusstsein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, scheint die Unternehmensgründung zum rechten Zeitpunkt erfolgt zu sein. Die seinerzeit typischen Ausgangstoffe, die bei der Herstellung benötigt werden, sind pflanzliche und tierische Fette, Pottasche, Soda, Lanolin und Parfüme. Zum 25-jährigen Jubiläum 1920 beschäftigt die Seifenfabrik rund 67 Mitarbeiter und hat sich beachtlich erweitert. Neben dem ersten Produktionsgebäude gibt es eine große Seifensiederei und einen Raum mit Seifenpressen. Dort erhalten die einzelnen Seifenstücke ihren Aufdruck, wozu die Formen dienten. Und wenn auf einer der besonders alten Formen der Schriftzug „Bleichseife“ zu entdecken ist, verweist das darauf, dass der Betrieb Produkte nicht nur zum Händewaschen hergestellt hat, sondern auch dafür, um vergilbte Stoffe aufzuhellen.

1911 legt sich Fritz Frömbling ein weiteres Standbein zu. Er gründet mit seinem Partner Rode die Rode & Frömbling Reis-Stärkefabrik mbH in Osnabrück an der Atterstraße in Eversburg. 1924 verschmelzen die Seifen- und die Reisstärkefabrik zu einer Gesellschaft, deren Geschäfte mittlerweile von Fritz Frömbling jr. gelenkt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stehen weitere Veränderungen an. In erster Linie gehört dazu, dass ab 1952 keine Seife und keine Stärke mehr hergestellt wird. Frömbling wechselt von der Produktion zum Handel und nimmt sich der Geschäftsführung des “Seifen-Spezialgeschäftes Wilhelm Puls“ aus Rastede an. Dieses führt bereits 37 Geschäftsfilialen und bis zur Jahrhundertwende, als der Name längst von „Seifen-Puls“ über „Seifen-Platz“ schließlich in „Ihr Platz“ geändert wird, werden es 700 sein. Das Sortiment ist für die heutige Zeit üblich unüberschaubar groß, aber immer noch zählen Seifen dazu. Das Ende der Firmengeschichte Frömbling wird 2007 eingeläutet. „Ihr Platz“ geht an Schlecker und das Lager in Eversburg wird geschlossen und weiterhin von der Firma Hellmann genutzt.

Das Gebäude der Seifenfabrik an der Rehmstraße/Ecke Parkstraße ist bis heute teilweise erhalten.