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Sonderausstellungen - Archiv 2012

2012

ALLE BAUEN MIT LEGO |

06.11.2011 - 01.04.2012

Die bunte LEGO-Welt ist immer wieder faszinierend. FĂŒr den Spielzeugsammler Jörg Tiesmeyer (Bad Laer) ist sie seit ca. zehn Jahren stetig angewachsen und vielfĂ€ltiger geworden. Seine umfangreiche LEGO-Sammlung stellt er jetzt im Museum Industriekultur aus.

Jörg Tiesmeyer prĂ€sentiert mit seiner Sammlung die LEGO-Entwicklung von ihren UrsprĂŒngen Ende der 40er Jahre bis zur heutigen Zeit. Es beginnt mit einer EinfĂŒhrung in die Entwicklung des Spielzeugs ĂŒberhaupt, die ersten Holzbauklötze, die auf den „Erfinder“ des Kindergartens, Friedrich Fröbel, zurĂŒckgehen.

Wie viele andere auch hat das dĂ€nische Unternehmen LEGO 1932 mit Holzspielzeug angefangen – durchgesetzt hat sich der klassische Plastikbaustein. 1949 tritt LEGO mit den Noppenbausteinen aus Kunststoff seinen weltweiten Siegeszug an. Das neue Material bereitete jedoch zunĂ€chst noch Probleme, es war wenig formstabil und fĂŒhrte zu FarbverĂ€nderungen. Mit den hohlen Röhren im Inneren der Bausteine bekam LEGO 1958 das Problem in den Griff und meldete diese Konstruktion zum Patent an. Deutschland wurde seit 1956 beliefert und entwickelte sich zum wichtigsten Markt. Der Erfolg fand Nachahmer. Ein weiteres Thema der Ausstellung sind daher die Plagiate; die vielen, auch weniger bekannten Versuche, das Noppensystem zu kopieren.

Inhaltlich werden folgende Schwerpunkte zu bewundern sein: Zahlreiche Serien zum Thema „Stadt“ und „Verkehr“ mit dem Schwerpunkt „Eisenbahn“. Weiterhin wird der Sport eine zentrale Rolle spielen, vor allem Fußball und der Formel 1-Rennsport. NatĂŒrlich sind auch LEGO Duplo dabei sowie die Geschichte des Legoland-Konzepts. Und was wĂ€re die bunte LEGO-Welt ohne all die vielen Werbemittel und Merchandising-Artikel? Von der Kaffeetasse bis zur ZahnbĂŒrste und zum Badeschaum ist alles vorhanden.

NatĂŒrlich gibt es auch eine Bauecke zum Mitmachen. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Vielleicht entstehen dort auch so schöne Modelle wie der gelbe Bus aus den 1960er Jahren, der das Motto der Ausstellung verkĂŒndet: „ALLE BAUEN MIT LEGO“.

Museum Industriekultur OsnabrĂŒck, HaseschachtgebĂ€ude

Richtig in Fahrt kommen. Automobilisierung nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland |

13.05.2012 - 30.09.2012

„Wer den Tod nicht scheut, fĂ€hrt Lloyd“ hieß es in den 1950er Jahren, wenn es darum ging, diejenigen aufzuziehen, die mit ihrem Lloyd LP 300 ĂŒber die noch nicht sonderlich belebten deutschen Straßen rollten. Der Lloyd war damals einer der meistgekauften Kleinwagen, spartanisch ausgestattet und mit einer Karosserie versehen, die aus mit Kunstleder beklebtem Sperrholz bestand. Doch wer ihn fuhr, hatte ein Dach ĂŒber dem Kopf und konnte sich stolz Autobesitzer nennen. In der Regel blieb es auch nicht bei dem bescheidenen Einsteigermodell, es folgte die Anschaffung eines grĂ¶ĂŸeren Autos, mit dem der deutsche WirtschaftswunderbĂŒrger dann richtig in Fahrt kam.

Wie die Deutschen nach dem völligen Zusammenbruch 1945 mit den Jahren zu einem Volk von Automobilisten wurden, warum der Lloyd - und insbesondere der VW KĂ€fer – zu Symbolen dieser Zeit avancierten, das zeigt die Ausstellung anhand zahlreicher Themen und interessanter Exponate. Die AnfĂ€nge in der Kraftfahrzeugproduktion unter der Regie der alliierten Besatzung werden ebenso thematisiert wie die frĂŒhen Automobilausstellungen und die Anstrengungen, die einige TĂŒftler unternahmen, um „fahrbare UntersĂ€tze“ auf den Markt zu bringen. Vom „Tempo“ Dreirad wird die Rede sein, von der Architektur der Tankstellen und den frĂŒhen Reisen nach Italien. „DKW ist wieder da!“, heißt es euphorisch in einem Werbefilm von denen einige vorgefĂŒhrt werden. DarĂŒber hinaus können die Besucher selbstverstĂ€ndlich alle Fahrzeuge in der Ausstellung bestaunen.

Zur Ausstellung, die vom 13. Mai 2012  bis zum 30.September 2012 gezeigt wird, erscheint ein Katalog, ein umfangreiches Begleitprogramm rund um das Thema Automobil rundet die Sache ab.

Museum Industriekultur OsnabrĂŒck, MagazingebĂ€ude

Kleiderberg - Vom Leben der Textilien |

03.06.2012 - 26.08.2012

Riesige Berge von Altkleidern - 750 000 Tonnen – wandern jedes Jahr in die Container von ‚SekundĂ€rrohstoff‘-Sammlern; ungefĂ€hr 1,2 Milliarden KleidungsstĂŒcke werden in Deutschland jĂ€hrlich entsorgt, weggeworfen. So gibt es Platz in unseren KleiderschrĂ€nken fĂŒr die vielen NeukĂ€ufe, denn bei den großen ModehĂ€usern wie H&M wartet jeden Tag ein neues Kleid auf seine Kundin. Und dann?

Global werden (zu?) viele KleidungsstĂŒcke (zu?) billig hergestellt, legen Tausende von Kilometern subventioniert zurĂŒck, um heftig beworben zu ausgestellten Sehnsuchtsobjekten in Schaufenstern und LĂ€den zu avancieren.

Studierende des Faches Textiles Gestalten an der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck setzen sich mit dem zunehmenden Konsum von Bekleidung und den enormen Bergen von Altkleidern auseinander. Sie ‚verfolgen’ LebenslĂ€ufe von Textilien – den Weg der globalen Massenproduktion der EinzelstĂŒcke bis in den eigenen Kleiderschrank. Und auch das Ende der abgetragenen Kleider wird beleuchtet – wie sie als Abfall zu Rohstoff recycelt werden, als second hand Artikel neu belebt und getragen werden oder als ErinnerungsstĂŒcke ĂŒberleben.

Anschaulich, sinnlich fassbar gibt es neben Informationen Objekte, Installationen, Geschichten zu entdecken, Anregungen zu eigenem Handeln mitzunehmen. Wie sieht es in den eigenen KleiderschrĂ€nken aus? Zu viel? Oft getragen? Lange nicht gesehen? Was haben die Biographien unserer Kleidung mit uns selbst zu tun? Besucherinnen und Besucher können sich anregen lassen, sich spielerisch mit diesem spannenden, hintergrĂŒndigen Thema zu befreunden.

Kleider sind kein Abfall, Kleider haben Schicksale.

Ein Ausstellungsprojekt des Fachgebietes Textiles Gestalten der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck und des Museums Industriekultur OsnabrĂŒck

Museum Industriekultur OsnabrĂŒck, HaseschachtgebĂ€ude

100 Jahre Fotografische Gesellschaft OsnabrĂŒck |

16.09.2012 - 17.05.2013

Die Fotografische Gesellschaft OsnabrĂŒck von 1912 e.V. (FGO) wurde im
September des Jahres 1912 in OsnabrĂŒck gegrĂŒndet und kann in diesem Jahr auf ein 100 jĂ€hriges JubilĂ€um zurĂŒckblicken. Aus diesem Grunde findet vom 16. September 2012 bis zum 19. Februar 2013 eine Ausstellung mit dem Titel: „100 Jahre -100 Fotos, Auslese 2012“ im Museum Industriekultur statt. Ausgestellt werden Fotos zu den Themenbereichen Architektur, Handel, Leben und Natur in OsnabrĂŒck und dem OsnabrĂŒcker Land. Begleitend zu dieser Ausstellung sind im September und im Oktober Workshops im Museum Industriekultur und im Piesberg geplant, an denen auch interessierte Hobbyfotografen teilnehmen können. Außerdem wird ein Workshop fĂŒr Kinder und Jugendliche stattfinden. DarĂŒber hinaus finden abendliche VortrĂ€ge und sonntĂ€gliche Bilderschauen der Mitglieder statt. Die genauen Termine werden in der Tagespresse und im Museum Industriekultur bekannt gegeben


"Wahnsinnsfahrer" - Karikaturen von Fritz Wolf |

23.09.2012 - 28.10.2012

Die rasante Entwicklung der motorgetriebenen Bewe­gung, der Siegeszug der Kraftfahrzeuge in der modernen Gesellschaft, ist auch den Karikaturisten nicht verborgen geblieben. Fritz Wolf, der ab 1950 fĂŒnfzig Jahre lang das Tagesgeschehen begleitete, lenkte in seinen Bilderfolgen - Bilder aus der Provinz - den Blick auf mitmenschliche Konflikte, auf ausufernde ReprĂ€sentationsbedĂŒrfnisse, auf SchwĂ€chen in unserer Gesellschaft.

Aber auch die Umsetzung in politisches Handeln und die damit verbundenen Probleme sind Stoff fĂŒr die tagesak­tuelle Kritik. Schließlich verschont Wolf die prominenten Politiker selbst nicht, er zeigt sie sogar symbolhaft auch bei anderen AktivitĂ€ten.

Von der Fritz Wolf-Gesellschaft, die Zugriff auf eine Sammlung von ĂŒber zehntausend Originalgrafiken hat, wurde eine Auswahl von sechzig Bildern zusammenge­stellt, die in den frĂŒheren Jahren der Motorisierung ent­standen sind. Diese weisen auf Auseinandersetzungen, auf WunschtrĂ€ume oder tĂ€gliche Konflikte mit der Mobi­lisierung hin. Sie sollen anregen zum Schmunzeln, zum Nachdenken, vielleicht auch zur Selbsterkenntnis. Und sie sollen zugleich erinnern an den begnadeten KĂŒnstler Fritz Wolf, der 2001 ĂŒberraschend starb.