Ausstellungsarchiv

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Sonderausstellungen - Archiv 2009

2009

FEIERABEND! |

14.12.2008 - 15.02.2009

Elisabeth Lumme schafft in ihrer multimedialen Installation "Feierabend!" eine bühnenähnliche Inszenierung, die vielfältige Bezüge zu ihrer Umgebung aufnimmt.

In das historische Ambiente des Kohlenbergwerks, einer Domäne der männlich geprägten Industriearbeit, dringt ein Weibsbild ein, nach dem Verständnis der Bergarbeiter ein untrügerische Zeichen für heran nahendes Unglück. Ihr stummes Mühen ist unnachgiebig während ihr Zuruf in verschiedene Richtungen schallt. Dieser Ruf steht für das Ende einer bewegten Industrie- und Arbeitergeschichte mit ihren ökologischen Krisen, für die Grenzen des Machbaren, für Uneinlösbares oder für unser mögliches Scheitern.

BILBILDERSCHLACHTEN - 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg |

22.04.2009 - 04.10.2009

Nachrichten aus dem Krieg gibt es seit über 2000 Jahren. In der Antike wurden sie mit reitenden Boten oder weithin sichtbaren Leuchtzeichen verbreitet. Durch technische Erfindungen wie dem Buchdruck im Mittelalter war es möglich, die Nachrichten schriftlich zu verbreiten. Im 19. Jahrhundert wurden der Telegraf und die Fotografie erfunden und auch im Krieg eingesetzt. Die Ausstellung zeigt den Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und der Veränderung des Bildes vom Krieg. Seit dem Ersten Weltkrieg kamen Flugzeuge mit Kameras zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg haben Radio und Film, seit den 1960er Jahren das Fernsehen die Berichterstattung über Kriege bestimmt. Im 21. Jahrhundert kommen Handys und Internet verstärkt dazu. Kriegsbilder sind nun nahezu jederzeit und an jedem Ort verfügbar. Diese Entwicklung zeigt die Ausstellung. Sie zeigt auch, wie sich die Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch die technischen Innovationen verändert haben. Die Ergebnisse der historisch-wissenschaftlichen Forschung werden durch moderne Kunst und insbesondere aktuelle Medienkunst kommentiert und ergänzt. Die Ausstellung „Bilderschlachten“ zeigt Technik – Medien – Kunst.

Nicht nur historische Themen stehen dabei im Vordergrund. Es wird auch die aktuelle politische Bedeutung medialer Kommunikation behandelt. In der Ausstellung wird durch technische Exponate, durch Fotografien, Grafiken und Filme, durch künstlerische Installationen, Skulpturen und interaktive Arbeiten deutlich, wie sich die Bilder vom Krieg durch die Entwicklung der Medien verändert haben. Zusätzlich eröffnen sich durch die Medienkunst unerwartete Perspektiven, ungewöhnliche Assoziationen und es werden vielfältige Emotionen geweckt. „Bilderschlachten“ zeigt, dass es niemals objektive Berichte aus dem Krieg gegeben hat, sondern die Nachrichten stets Ziele verfolgten, die über die reine Berichterstattung hinaus gehen. Es wird auch deutlich, dass keine Darstellung von Kriegsrealität möglich ist, obgleich der Empfänger der Kriegsnachrichten oft davon ausgeht.

3 Orte - Eine Ausstellung
Die Ausstellung besteht aus drei Teilen. Das Museum für Industriekultur widmet sich den Nachrichten aus dem Krieg von der Antike bis zum 1. Weltkrieg. In der Kunsthalle Dominikanerkirche können sich die Besucherinnen und Besucher über die Entwicklungen im 20. und 21. Jahrhundert informieren. Das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum beleuchtet die aktuelle Lage. In jedem der drei Häuser sind künstlerische, technische und historische Exponate zu den einzelnen Stationen versammelt. Wie sich die Bilder vom Krieg durch die Entwicklung der Medien verändert haben, zeigen historische Dokumente, technische Exponate, Filme und Fotografien. Aus dem künstlerischen Bereich sind Installationen, Skulpturen und interaktive Arbeiten zu sehen.

Begleitprogramm
Parallel zur Ausstellung findet ein umfangreiches Begleitprogramm an allen Ausstellungsorten unter anderem mit Führungen, Vorträgen und Filmprogramm statt. Führungen werden zu unterschiedlichen Themen und zielgruppenspezifisch angeboten. Eine Filmreihe wird unter anderem Spielfilme zeigen, die die Rolle der Medien in der Kriegsberichterstattung behandeln. Vorträge beschäftigen sich zum Beispiel mit der
ambivalenten Rolle der Kriegsberichterstattung und ihrer Produktion von „Wahrheit“. Für Jugendliche und Schulen liegt ein Schwerpunkt auf der Vermittlung von Medienkompetenz. Schülergruppen können sich von Gleichaltrigen unter dem Motto „Schüler führen Schüler“ durch die Ausstellung begleiten lassen. Ein Katalog zur Ausstellung, ein Tagungsband zu einem begleitenden wissenschaftlichen Kongress und eine umfangreiche Internetpräsenz liefern weitere Hintergrundinformationen für die Ausstellungsbesucher.

Internationale Tagung
Im Rahmen der Ausstellung wird vom 3. bis 6. September die internationale wissenschaftliche Tagung „Wahrheitsmaschinen“ stattfinden. Der Einfluss technischer Innovationen auf die Darstellung und das Bild des Krieges in den Medien und Künsten steht dabei im Mittelpunkt. Wie sind Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch technische Innovationen von der Antike bis zur Gegenwart des

21. Jahrhunderts verändert worden? Wie haben die Künste (Bildende Kunst, Literatur, Fotografie, Film, Medienkunst) auf diese Veränderungen reagiert? Diesen und weiteren Themen wird sich die Tagung widmen, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist. Weitere Informationen finden sie unter www.bilderschlachten.de

Mobile Kinderwelten - Kinderfahrzeuge und Zubehör von 1820 bis heute |

17.05.2009 - 16.08.2009

Kinder sind immer in Bewegung. Das beginnt schon mit der Fahrt im Kinderwagen. Kaum können sie laufen, sind sie nicht mehr zu halten und wenn sie sich die Welt mit ihrem Roller oder Fahrrad erobern können, macht es noch mehr Spaß.

Eine Ausstellung zur Geschichte der Kinderfahrzeuge im Museum Industriekultur zeigt seltene, original erhaltene Fahrzeuge: Tretkurbelrad, Hochrad, Holländer, Roller, Dreiräder, Kinderfahrräder, Tretautos aus Blech, Puppenwagen und was sonst noch zu einer bewegten Kindheit gehört. 

Kinder haben zu allen Zeiten und in allen Kulturkreisen gespielt. Allerdings hatten die Kinder in früheren Zeiten eine deutlich kürzere Kindheit, die verbunden war mit vielen Pflichten und Einschränkungen. Sobald die Kinder aus Bauern- und Handwerkerfamilien ins schulpflichtige Alter kamen, wurden sie in die anfallenden Arbeiten in Haus und Hof miteinbezogen und waren damit fast erwachsen.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts vollzog sich ein tiefgreifender Einschnitt in den Familienstrukturen. Die Großfamilie entwickelte sich allmählich zur Kleinfamilie und in den bürgerlichen Kreisen begann sich eine Kinderkultur auszuprägen und grenzte sich von dem Leben der Erwachsenen ab. Kinderstuben mit kindgerechtem, extra gefertigtem Kinderspielzeug waren dafür sichtbarer Ausdruck. Der Kauf von Spielzeug blieb allerdings, bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts der bürgerlichen Oberschicht mit ausreichendem Einkommen vorbehalten. Die meisten Kinder suchten sich ihr spielerisches Betätigungsfeld immer noch auf der Straße oder dem Hof und stellten ihr Spielzeug häufig selbst her.

Heute sind spielende Kinder im Freien selbst auf dem Lande wenig zu finden. Sie halten sich vor allem in den Häusern in ihren Zimmern auf. Die freien Bewegungsspiele werden ersetzt durch organisierte Spiel- und Sportangebote und Fernsehen, Video und Computerspiele fesseln die Kinder ans Haus. Doch Bewegung ist ein Motor kindlicher Entwicklung. Kindern wollen draußen spielen, mit Inlinern, dem Roller oder dem Fahrrad fahren. Wie viel Spaß das macht, zeigt die Ausstellung und spielen dürfen Sie hier auch. Kinder und Erwachsene können aktiv werden und ihre Geschicklichkeit, z. B. an einem Hochrad unter Beweis stellen. Ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie.

Museum Industriekultur Osnabrück, Haseschachtgebäude

Die Luft durchfliegen - 100 Jahre OsnabrĂĽcker Verein fĂĽr Luftfahrt e.V. |

30.08.2009 - 28.03.2010

„Stolz neigt sich der Ballon vor uns, bereit, seine erste Fahrt zu tun. Ein glückhaft Schiff möge es sein! Freude möge er gießen in die Herzen der Menschen, die mit ihm die Luft durchfliegen!“. Feierlich ging es zu, als man im Juli 1909 den Freiballon „Osnabrück I“ taufte – den ersten Ballon des im gleichen Jahr gegründeten Osnabrücker Verein für Luftschifffahrt. Der jahrhundertealte Traum vom Fliegen – der Ikarus-Traum – schien nun auch in Osnabrück wahr zu werden. Eine Leidenschaft begann, die mit den Flugobjekten Leonardo da Vincis und den legendären Gleitflugversuchen Otto Lilienthals bereits vorgezeichnet war.

Die Anfangszeit des Motorfluges war nicht weniger spannend. Da gab es die abenteuerlichen Entwicklungen von Flugapparaten, immer neue Rekorde tollkĂĽhner Piloten, staunende Zuschauermengen und den ungeheuren Erfindergeist der frĂĽhen Flugpioniere. Hier sei nur an die herausragende Leistung der BrĂĽder Wright erinnert, denen es bereits 1903 gelang, ein flugtaugliches Motorflugzeug zu entwickeln.

In der Ausstellung wird die erfindungsreiche und rasante Entwicklung des Luftfahrtwesens anhand zahlreicher Plakate, Fotografien und Medienberichte veranschaulicht. Besondere Aufmerksamkeit gilt den großen und kleinen Flugzeugmodellen, die nach historischen Vorbildern konstruiert wurden, sowie den beiden Weltkriegen, in denen die Entwicklung der Flugtechnik wesentlich vorangetrieben wurde. Die Ausstellung befasst sich mit der allgemeinen Entwicklungsgeschichte der Luftfahrt und mit dem Flugwesen in Osnabrück. Im Vordergrund stehen erste Ballonflüge und die frühen waghalsigen Motor- und Sturzflüge über der Stadt Osnabrück. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Darstellung der Segelfliegerei. Hierzu werden Exponate gezeigt, die bisher nicht zu sehen waren. Ein Segelflugzeug – schwebend über den Köpfen der Besucher – hebt die Eleganz und Schönheit dieser besonderen Flugobjekte gleich im Eingang des Museums hervor.

Ausstellung von Christos Grubenhund |

06.12.2009 - 24.01.2010

Unter dem Motto ''Der Hund ist auch nur ein Mensch!'' beschäftigen sich zahlreiche Osnabrücker Kulturinstitutionen mit der nahezu unendlichen Vielfalt der Beziehungen zwischen Mensch und Hund. Das Museum Industriekultur präsentiert in diesem Zusammenhang einen 1987 von Christo verpackten Grubenhund.

Ein Grubenhund hat keine vier Beine und bellen kann er auch nicht. Dafür verbindet ihn ein schwerwiegendes Verhältnis mit dem Menschen, denn ein Grubenhund ist ein in Bergwerken verwendeter Förderwagen, in dem Kohle und Erz transportiert wurden. Christo „verpackte“ diesen Grubenhund, da dieser das letzte am Rammelsberg gewonnene Erz in sich birgt. Kunstvoll verweist das Werk "Package on a hunt"auf das Ende eines über Jahrhunderte andauernden Bergbaus.